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STECHEN
UND HEILEN
Akupunktur bei Pferden
Wenn klassische, westliche Heilmethoden bei den "Wehwehchen"
ihrer Lieblinge nicht mehr ansprechen, lassen Pferdebesitzer häufig
den Akupunktur-Experten Dr. Francesco Longo und die Bozner Tierärztin
Gudrun Mayr zur Nadel greifen. Mit der Akupunktur ge-lingt es ihnen
meistens, auch scheinbar "aussichtlose" Fälle wieder
auf Trab zu bringen.
So
hatte sich beispielsweise der Oldenburger "Dorian" bei einer
Rauferei eine Verletzung an der linken Hinterhand zugezogen. Die Wunde
schien anfänglich gut zu heilen, jedoch blieben hässliche
Narben (Keloide) zurück, die mit Hilfe herkömmlicher medikamentöser
Behandlungsmethoden nicht kuriert werden konnten. Die Tierärzte
unterzogen deshalb "Dorian" einer Akupunktur-Therapie. (s.
Bilder)
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Erstbehandlung
der Narben an der linken Hinterhand
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Erste
Erfolge nach der ersten Behandlung |
| Erfolgreiche
Narbenverheilung durch Akupunktur |
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Die Akupunktur (lat. Acus = Nadel, pungere = stechen) stammt aus der traditionellen
chi-nesischen Medizin, einer der ältesten Therapieformen überhaupt.
Neuere Grabfunde be-legen, dass die Chinesen schon vor vier- bis sechstausend
Jahren Krankheiten mit kleinen Nadelstichen behandelten. Auch bei Tieren
erzielten sie damit große Erfolge. Trotzdem dauerte es sehr lange,
bis sich die alternative Heilmethode in der westlichen Welt durch-setzen
konnte. Seit geraumer Zeit wird die Akupunktur auch erfolgreich bei Pferden
einge-setzt, obwohl noch immer viele Veterinärmediziner der Heilmethode
skeptisch gegenüber-stehen.
Bei dieser Naturheilmethode
sticht der Akupunktur-Fachmann dünne Nadeln aus Stahl an ganz bestimmten
Körperpunkten des Tieres ein. Durch die genaue Kenntnis der anatomi-schen
Lage dieser Areale sowie deren Auffindung mittels feinen Ertastens können
- bei entsprechender Kenntnis der Wirkung einzelner Punkte - körperliche
Störungen wirkungs-voll behandelt werden, indem die gestörten
Regulationskreise des Organismus (Nerven-system und endokrines System)
gesundheitsfördernd beeinflusst werden. Meist mit Erfolg: Pferde,
die unter akuten oder chronischen Krankheiten leiden, erfahren durch diese
Be-handlung Linderung und Heilung.
Die Akupunktur wird
insbesondere bei Krankheiten eingesetzt, bei denen noch keine irre-parablen
Schäden aufgetreten sind, sich die Organfunktionen durch Stimulation
wieder in Gang setzen lassen und auch zur Krankheitsvorbeugung.
Fragen an die Akupunktur-Experten
Dr. Francesco Longo und die Bozner Tierärztin Dr. Gudrun Mayr
G. Boninsegna.
Welche Erkrankungen lassen sich durch Akupunktur behandeln?
F. Longo. Mittels Akupunktur lassen sich sehr viele Krankheiten
erfolgreich behandeln, wie sämtliche Schmerzkrankheiten, osteo-muskuläre
Beschwerden und Bewegungsstö-rungen. Auch bei Erkrankungen im Bereich
des Reproduktionsapparates, bei Kreislaufstö-rungen, bei hormonellen
Imbalancen, bei Infektionskrankheiten und bei Immundefizienzen, bei geriatrischen
Erkrankungen und bei Verhaltungsstörungen lassen sich hervorragende
Ergebnisse erzielen.
G. Boninsegna. Ist die Akupunktur eine schmerzhafte Behandlungsform?
G. Mayr. Das Einstechen der Nadeln ist normalerweise nicht schmerzhaft,
obwohl die zu behandelnden Akupunkturpunkte manchmal durch den gestörten
Energiefluss schmerz-haft reagieren.
G. Boninsegna.
Wie lange dauert eine Akupunktur-Behandlung und nach wie vielen Sit-zungen
zeigen sich Ergebnisse?
G. Mayr. Eine Sitzung dauert im Schnitt 20 Minuten; bei akuten
Fällen sind mehrere Sit-zungen pro Woche notwendig, während
chronische Fälle eine oder zwei Behandlungen wöchentlich benötigen.
G. Boninsegna.
Treten bei der Akupunktur Nebenwirkungen auf?
G. Mayr. Durch die Verwendung von Einwegnadeln können Infektionsrisiken
ausge-schlossen werden. Da keine chemischen Substanzen verabreicht werden,
treten keine Nebenwirkungen auf und es fällt auch die Rückstandsproblematik
weg.
G. Boninsegna.
Ist die Akupunktur in Italien eine offizielle Behandlungsmethode?
F. Longo. In der Humanmedizin ist die Akupunktur durch die Ausführungen
der WHO (World Health Organization) von 1998 und durch die der FNOMCeO
(Federazione Nazio-nale Ordini Medici Chirurghi e Odontoiatri) von 2002
mittlerweile als "ärztliche Behand-lungsmethode" anerkannt.
In der Veterinärmedizin hingegen findet die klinische Anwendung der
Akupunktur große Verbreitung, obwohl noch keine derartige offizielle
Bekanntgabe existiert.
(G. Boninsegna: "Stechen und Heilen - Akupunktur bei Pferden";
Alpsandhorses, n. 64 - September 2003, Neumarkt - BZ - www.alpsandhoeses.it)
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